Die Grundlage zur Energie
„In seinem ersten Stadium erscheint er als ein unreiner irdischer Körper,
voller Unzulänglichkeiten. Hier hat er eine irdische Natur, heilt alle Übel und
Wunden in den Eingeweiden eines Mannes, tut Vorteilhaftes und verschlingt
wildes Fleisch, vertreibt alle üblen Gerüche und heilt allgemein, im Innern
und äußerlich. In seiner zweiten Natur erscheint er als wässriger Körper, etwas
schicklicher als zuvor, da (trotz der noch innewohnenden Untrefflichkeit) er
an Tugend gewonnen hat. Er steht der Wahrheit näher und verrichtet sein
Werk vorteilhafter.
In dieser Form behebt er Erkältungen und starke Fieber
und wirkt gezielt gegen Gifte, welche er aus Herz und Lunge treibt, heilt
ebenso Verletzungen und Verwundungen, reinigt das Blut und, nimmt man
ihn dreimal täglich ein, bringt er große Besserungen bei allen Erkrankungen.
Doch in seiner dritten Natur erscheint er als luftiger Körper, ist von öliger
Natur, fast gänzlich von aller Unzulänglichkeit befreit und in einer Form, die
ihn viele Wunder verrichten lässt, verschönt und stärkt den Körper, beugt (in
kleiner Dosis der Nahrung beigemengt) Schwermut und der Erhitzung der
Galle vor, erhöht die Blut- und Samenmenge, weshalb ein häufiger Aderlass anzuraten ist.
Er erweitert die Blutgefäße, heilt ausgedörrte Körperglieder,
reponiert die Sehstärke, entfernt bei Personen im Wachstum das Überflüssige
und macht Gebrechen der Gliedmaße heil. In seiner vierten Natur erscheint er
in feuriger Form (noch immer nicht von aller Unzulänglichkeit befreit, noch
immer etwas wässrig und ungenügend ausgetrocknet) mit vielen Tugenden,
verjüngt die Alten und lässt jene, die an der Schwelle des Todes stehen, wieder
aufblühen.
Wird ein Gerstenkorn dieses Feuers einem dieser Letztgenannten
in Wein verabreicht, sodass es den Magen erreicht, fließt es in sein Herz
und erneuert ihn in einem Augenblick, vertreibt alle Nässe und Gifte und
reponiert die natürliche Hitze der Leber. In kleinen Dosen an ältere Menschen
verabreicht, trägt er die Krankheiten des Alters ab und verleiht den Alten
junge Herzen und Körper.
Daher trägt er den Namen Elixier des Lebens.
In seiner fünften und letzten Natur erscheint er in verklärter und illuminierter
Form, makellos, er strahlt wie Gold und Silber und trägt alle geschilderten
Kräfte und Eigenschaften in noch wunderlicheren Graden in sich. In jenem
Zustand gilt sein natürliches Wirken als Wunder.
Appliziert man ihn auf die Wurzeln toter Bäume, leben diese wieder auf und tragen Blätter und Früchte.Vermengt man das Öl einer Lampe mit diesem Geist, brennt diese auf ewig, ohne Abschwächung.
Er wandelt Kristalle in die edelsten Steine aller Farben,
die jenen aus den Minen gewonnenen in Nichts nachstehen und vollbringt
viele andere unglaubliche Wunder, die den Unwürdigen nicht enthüllt werden
dürfen.
Denn er heilt alle toten und lebendigen Körper ohne Zuhilfenahme
anderer Arzneien.“
Qulle:
Theophrastus Paracelsus: „The Book of the Revelation of Hermes“, 16. Jh.
Über den Tellerrand blicken:
Unglauben stammt von Unverständnis (Ignoranz).
Alles, was nicht wahr ist, kann nicht verstanden werden, das heißt, es ergibt keinen Sinn.
Alle wahren Dinge müssen Sinn ergeben.
Alle wahren Dinge müssen in Übereinstimmung mit dem sein, was wir
über die Natur und über das Universum wissen; daher sind sie auch selbst natürlich.
Nichts Wahres kann unnatürlich sein, denn Natur ist alles, und daher gibt es nichts
außerhalb der Natur.
Dinge, die nicht verstanden werden können, existieren nicht
– es sind Lügen und daher wider die Natur.
Alle Dinge, die existieren, existieren in Übereinstimmung mit der Natur, daher sind alle wahren Dinge in Übereinstimmung mit der Natur.


